19.11.2025

Der größte Lump im ganzen Land, ist und bleibt der Denunziant

Eine liberale Demokratie lebt von offener Debatte, kontroversem Austausch und dem
Vertrauen darauf, dass gute Argumente im Wettbewerb überzeugen. Eine freie
Gesellschaft braucht keine Angst vor Worten – sie braucht starke Bürgerinnen und
 Bürger, die ihre Meinung frei äußern dürfen, ohne unverhältnismäßige staatliche
 Eingriffe zu fürchten.

 Wir Junge Liberale stehen für ein Strafrecht, das sich auf echte Rechtsverletzungen
 konzentriert, nicht auf politische Bewertungen von Äußerungen. Unser Ziel ist ein
 moderner, schlanker und klarer Rechtsstaat, der Freiheit schützt statt Sprache zu
 sanktionieren. Kritik ist kein Risiko, sondern die Grundlage einer lebendigen
 Demokratie.

 1. Gleiche Meinungsfreiheit für alle Bürgerinnen und Bürger

 Wir setzen uns dafür ein, dass alle Menschen denselben Schutz genießen – unabhängig
 davon, ob sie Privatperson oder Spitzenpolitiker sind. Ein demokratischer Staat
 braucht keine Sondertatbestände zur Ehrung politischer Amtsträger.

 Daher fordern wir:

  •  die ersatzlose Streichung des § 188 StGB.
     Die bestehende Strafrahmenerhöhung ist unverhältnismäßig und führt zu einer
     ungerechtfertigten Ungleichbehandlung gegenüber allen anderen Bürgerinnen und
     Bürgern.
  •  die Abschaffung des § 90 StGB.
     Eine freie Gesellschaft braucht kein Sonderstrafrecht zum Schutz staatlicher
     Würdenträger.

 2. Meinungsfreiheit vor unklaren Strafnormen

 Wo das Strafrecht unbestimmte Grenzen zieht, entsteht Unsicherheit – und Unsicherheit
 hemmt Debatte. Der normale Ehrschutz (§§ 185–187 StGB) bietet bereits umfassende
 Abwehrmöglichkeiten gegen persönliche Angriffe, Beleidigungen oder Verleumdungen.

 Daher fordern wir:

  •  die Streichung von § 130 Abs. 1 Nr. 2 StGB.
     Die Grenze zwischen zulässiger Meinung und strafbarer Äußerung bleibt in der
     Praxis zu vage.

 3. Für eine Debattenkultur ohne staatlich geförderte Denunziation

 Meldeportale für angebliche Straftaten im Netz schaffen ein Klima des Misstrauens und
 fördern Denunziation statt Dialog. Wir stehen für Zivilcourage – nicht für staatlich
 legitimierte Hinweisportale für Meinungsdelikte. Eine liberale Gesellschaft lebt von
 Diskussion – nicht von anonymer Meldung.

 Deshalb setzen wir uns ein:

  •  gegen die Einrichtung jeglicher Meldeportale für Äußerungsdelikte, sowie für die
     Abschaffung bereits bestehender Portale.

 4. Rechtsstaatliche Verhältnismäßigkeit bei Ermittlungsmaßnahmen

 Wohnungsdurchsuchungen und Beschlagnahmen sind ein schwerwiegender Eingriff in die
 Privatsphäre. Zur ausschließlichen Verfolgung von Äußerungsdelikten stehen regelmäßig
 mildere, ebenso effektive Mittel zur Verfügung (z. B. Screenshots, digitale
 Sicherungen).

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