12.06.2022

Queeres Land in Sicht?!

Der Freistaat Bayern wird neben den vielen Metropolregionen vor allem von den
 ländlichen Räumen geprägt. Doch insbesondere der ländliche Raum gilt für viele
 insbesondere junge Mitglieder der LGBTQIA*-Community nach wie vor nicht als „Safe
 Space“. Auffallend viele Menschen tragen ihre innere Freiheit nicht nach außen, um
 nicht zum Gesprächsthema zu werden, weshalb sie sich in der Auslebung ihrer sexuellen
 Identität bzw. Orientierung einschränken. Vor allem junge queere Menschen sehnen sich
 nach dem verheißungsvollen Leben in den Städten, wo sie sich mehr Anonymität,
 Akzeptanz und bessere Möglichkeiten zur Entfaltung der eigenen sexuellen Identität
 versprechen.

 Die Jungen Liberalen Würzburg fordern daher:

 1. MEHR SICHTBARKEIT FÜR LGBTQIA*

  •  Die Lebensrealitäten und Probleme queerer Menschen dürfen nicht mehr länger nur
     ein Randthema sein! Wir fordern daher die Einführung eines Queer-Beauftragten
     beim bayerischen StMAS nach dem Vorbild des Queer-Beauftragten der
     Bundesregierung. Dieser soll seine exponierte Stellung in der Öffentlichkeit
     nutzen, um auf die Lebensrealität queerer Menschen in den Städten und
     Landkreisen aufmerksam zu machen. Er soll zu Informations- und Diskussions-
     Veranstaltungen laden, um den Diskurs konstruktiv voranzubringen. Er soll der
     queeren Community auch als Sprachrohr dienen.
  •  Mit „Diversity-Botschaftern“ wollen wir in den ländlichen Räumen auf die
     Situation von Minderheiten und marginalisierten Gruppen wie u.a. der LGBTQIA*-
     Community aufmerksam machen. Wir wollen dadurch für mehr Verständnis und
     Sichtbarkeit in der Bevölkerung werben und auf diese Weise das Gefühl von
     Zusammengehörigkeit aller Menschen aufkommen lassen. Stände auf Stadt- und
     Dorffesten sind hierfür besonders geeignet.
  •  Auch kleine Gesten können bereits für mehr Sichtbarkeit sorgen. Wir empfehlen
     den Gemeinde-, Kreis- und Bezirksräten daher insbesondere im sogenannten „Pride-
     Month“ Juni die Beflaggung von Regierungs- und Verwaltungsgebäuden mit
     Regenbogen-Fahnen.
  •  In den bayerischen Schulen finden Themen die die LGBTQIA*-Community betreffen zu
     wenig statt. Lediglich xx% der queeren Schüler gaben im Rahmen einer Befragung
     an, dass queere Themen im Schulunterricht thematisiert wurden. Wir setzen uns
     daher dafür ein, dass sowohl im Sexualkunde-Unterricht wie auch im
     Regelunterricht zukünftig auch die Lebensrealität queerer Menschen einbezogen
     wird. Nichtbefassung bzw. negativ konnotierte Bemerkungen sollen der
     Vergangenheit angehören.

 2. MEHR BERATUNGSANGEBOTE FÜR QUEERE MENSCHEN

 Vor allem in den ländlichen Regionen mangelt es an Anlaufstellen für queere Menschen.
 Insbesondere junge Menschen sind während des inneren Outings überfordert und sehnen
 sich nach Hilfestellung von Experten.

  •  Wir wollen daher das mobile Beratungsangebot „Que(e)r durchs Land” ins Leben
     rufen. Über eine anonyme Chat-Funktion soll man sich zukünftig an geschultes
     Fachpersonal wenden können. Bei Bedarf soll auch eine persönliche Beratung bei
     den Betroffenen vor Ort z.B. in Rathäusern oder anderen ruhigen Orten ermöglicht
     werden. Der Freistaat soll sicherstellen, dass solche Beratungsangebote in allen
     kreisfreien Städten und Landkreisen angeboten werden können.
  •  Beim StMAS angestellte „Queer-Referenten“ sollen darüber hinaus auch
     Informations- und Diskussionsveranstaltungen organisieren, um in vielfältige
     Bevölkerungsschichten hineinwirken zu können.

 3. MEHR RAUM FÜR DIE COMMUNITY

 Die urbanen Zentren können häufig breitgefächerte Anlaufstellen für die queere
 Community anbieten. Diese können neben Queer-Cafés auch Bars oder Community- bzw.
 Jugendtreffs sein. Der Freistaat muss zukünftig darauf hinwirken, dass entsprechende
 Strukturen auch in den ländlichen Räumen entstehen.

  •  Wir wollen zivilgesellschaftliches Engagement zur Gründung queerer Community-
     Zentren fördern und unterstützen. Wir regen die Kommunen dazu an geeignete
     Flächen zur Verfügung zu stellen und fordern den Freistaat auf entsprechende
     Fördermittel in den Landeshaushalt einzustellen.
  •  Vor allem junge queere Menschen brauchen den Austausch mit anderen. Wir setzen
     uns daher insbesondere für die Gründung von LGBTQIA*-Jugendtreffs ein. Wir
     fordern die Öffnung bestehender Strukturen und Flächen für entsprechende
     Projekte. Wir wünschen uns auch finanzielle Unterstützung von den Kommunen und
     organisatorische sowie personelle Unterstützung durch die Kreisjugendringe.
  •  Wir begrüßen Modellprojekte wie „Queer-AGs“ an bayerischen Schulen und fordern
     die Einführung von Vertrauenslehrern an allen bayerischen Schulen. Diese regen
     wir an, interessierte Schüler bei der Gründung von solchen Arbeitsgruppen zu
     unterstützen. Der Freistaat soll solche Gründungen durch Fördermittel oder
     Wettbewerbe vorantreiben. Solche „Queer-AGs“ sollen so auch in die
     Schulgemeinschaften hineinwirken können.
  •  Wir wollen die Potentiale der Digitalisierung auch für die Vernetzung der
     bayerischen LGBTQIA*-Community nutzen. Hierfür soll das zivilgesellschaftliche
     Engagement aus der Community heraus genutzt werden, um z.B. bei „Hackathons“ die
     Einführung einer Community-App anzuregen. Entwickler sollen durch einen
     entsprechend dotierten Wettbewerb angeregt werden.

 Um die Effektivität dieser Maßnahmen prüfen und gegebenenfalls negativen
 Entwicklungen entgegenwirken zu können, fordern wir eine regelmäßige statistische
 Auswertung der Situation queerer Menschen in Bayern durch das Landesamt für
 Statistik.

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